Ein Wanderer schreibt über die Kunst
Wo geschriebene Worte zu Bildern werden, Licht und Schatten Geschichten erzählen, und Lieder den Menschen berühren, an diesem Ort ist die Kunst zu Hause. Dieser Ort ist das wahre Ziel des Wanderers.
Ein gerne zitierter Grundsatz lautet, dass „Kunst“ von „können“ kommt. Diese Behauptung entstammt wohl von geübten Handwerkern, die ihr Können ja bereits unter Beweis gestellt haben.
Es mag schon ein Funken Wahrheit darin stecken, dass die meisten Künstler wirklich viel Können im technischen Sinn in ihre Arbeit einfließen lassen. An dieser Stelle möchte ich aber einige Behauptungen dazu aufstellen:  Das Können kommt und wächst mit dem Tun. Aber um etwas zu tun, braucht es zunächst einen Willen. Der Grundsatz nach sollte in technischer Hinsicht, also in Bezug auf das Können lauten: Um etwas zu können, muss man erst wollen. Aber ist das allein schon genug, um wirklich von Kunst zu sprechen? Es fehlen noch zwei wesentliche Attribute, die dann in Summe schon etwas mehr Licht in das Thema Kunst bringen sollten: Erstens der Wille muss ein „guter Wille“ sein, das soll bedeuten die Intention des Künstlers muss zwingend sein, die Entwicklung des eigenen Selbst dahin voranzutreiben, einen positiven Beitrag zum Wohl der Menschheit, der Natur oder der Schöpfung im Allgemeinen zu leisten.
Nicht zuletzt sollte der gute Wille, und die Intention des Künstlers entweder in seinem Werk, oder seinen Handlungen, welche ja durchaus Teil des künstlerischen Werks sein können erkennbar sein. Dieses Erkennen kann im Sinne der Kommunikationstheorie durchaus so verstanden werden, dass die Kunst eine „Botschaft“ enthält, die auf verschiedenste Wege an einen oder mehrere Empfänger übermittelt wird, leider auch mit all den damit verbundenen Risiken wie fehlerhafter Übermittlung, falscher Interpretation, etc.
Zusammenfassend lässt sich der Begriff „Kunst“ aus meiner Sicht in einer vereinfachten Formel darstellen:
Kunst = Wollen x Tun x Erkennen
Diese drei Wörter enthalten so gemeinsam das „magisches Dreieck“ der Kunst, wenn eines der Elemente gänzlich fehlt, ist das Produkt gleich Null. Man kann also nicht von Kunst sprechen, wenn fehlender Wille, Mangel an Tun oder keine Erkenntnis bzw. kein „Verstehen“ der Botschaft vorhanden sind.
Ich möchte den ehrgeizigen Versuch wagen, nach diesem Prinzip Werke zu Ehren der Schöpfung, zum Wohl der Menschen und zum Schutz der Natur zu schaffen. Dabei vertraue ich auf den Glauben daran, dass das Können wirklich mit dem Tun wächst.
Nun ist aber keine Zeit mehr für weitere Worte, denn der Wille ruft, etwas zu tun.
Womit und wie ich das tun werde, also die Technik kann ich nicht sehr präzise beschreiben: Ich verwende oft die Kamera, manchmal Stift und Pinsel, Farbe, Kleber, Wörter, Druck, Holz, Stein, meinen Computer, oder was auch immer die Sinne verlangen. Die Nahrung für dieses Verlangen der Sinne finde ich jeden Tag erneut in den Bergen vor meiner Haustüre.
Ich bitte die geschätzten Leser nur um eines: wünscht euch selbst und auch mir für jedes Vorhaben Glück und Gelingen, habt stets Geduld und hegt keinen Groll, wenn es am Ende doch nicht gelingt. Für diesen Fall noch ein abschließender Gedanke: Das Wagnis ist erst dann als gescheitert anzusehen, wenn der Wille einen neuen Start nicht mehr erlaubt.
Mögen guter Wille, ein reines Herz und edle Stärke euch auf allen Wegen begleiten!

Johann Erhard, Mai 2018

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